‚über uns selbst‘

Wir haben uns geweigert
Die Selbstkontrolle einzutauschen
Haben uns neu entdeckt als wir aufschauten
Wenn mit Getöse die Träume in der Vergangenheitsform
Vorbeirauschen

Ich glaube nicht an den richtigen Moment
Ich glaube auch nicht an Märchen und letzte Worte
Die heißen „The end“

Ich glaube an den Tod
Der passiert während man spricht
Ohne eingefügten Beistrichen, vor dem letzten Atemzug
Ich glaube in der Not
Ist die Selbstkontrolle dein letztes Gericht
Und man muss sich entscheiden ob das Gesagte war: genug

Und meistens ist es das nicht
Aber wir glauben an die Selbstverwirklichung genau dann
Wenn wir aufstehen und sagen „ok viel Glück-
Ich gehe lieber alleine ein paar Felder zurück“
Dann fühlt man sich noch einmal stark und sehr erhaben
Kann sich an all den Erinnerungen als der Überlebende erlaben

Hat sich nicht in den Abgrund gestürzt
Hat das Finale nochmal mit den eigenen Worten gewürzt
Ist noch mal dem Ende entronnen
Kann sich glücklich und kontrolliert
nochmal in der absoluten Freiheit sonnen

Vor allem sich selbst nochmal feiern
Weil man gezielt die Selbstkontrolle ergriffen hat
an den Eiern

Wir sind Helden in der Zurückhaltung
Merken nicht wie das ganze System ohne Schonung
Fehler aufzeigt in der Gesamtverwaltung
In der Not nennen wir unsere Angst einfach Disziplin
Loben uns selbst für die Kontrolle die wir erzielen
Wenn wir uns selbst aussuchen für die Wohnung
neue Dielen

Außerdem leben wir so selbstbewusst
Und für jeden fremdverschuldeten Fehler
Sagen wir uns leise
„Ich habs doch gewusst“

Im Endeffekt
Und daran glaube ich
Ist der Abgang selten einer
der wartet bis man den letzten Satz beendet
Und endlich alles hat ausgesprochen
Bevor sich das Blatt wendet
Und selten gibt’s noch nur um endlich zu genügen
Ein paar weitere Wochen
Der Abgang ist dann das letzte
Aber ohne Vergnügen

Deswegen hier noch ein letztes mal
„ok viel Glück“
Ich hoff du hast Erfolg
Mit deinem eigenem Stück

Ich geh nochmal los
Um meine sich selbst verlierende Selbstkontrolle
Gegen die Träume einzutauschen
Bevor sie endgültig
In der Ferne davonrauschen

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Oder Bussi Baba

In der Fortbewegung
Von einem Gedanken zum nächsten
Vergesse ich meistens
Den einen Guten den ich hatte davor
Bevor er davonschlich aus dem linken Ohr

Ich schreibe in den Sand
Bussi Baba
Vielleicht sehen wir uns nochmal
In einem Jahr

Meistens kommt er dann wieder
Und in einer Gedankenvereinigung
Schreiben mein Kopf und mein Herz
Zusammen Lieder
Und singen sie
Immer und immer wieder

Genau wegen diesem Singsang
Geh ich immer wieder weg
Schreib auf die Hand
Bussi Baba
Und distanziere mich
Manchmal auch lang

Ich habe meinen Füßen
Die Aufgabe gegeben
Nicht stehen zu bleiben
Mache trotzdem Zigarettenpausen
Um kurz zu pausieren
Und mir manche Gedanken einzuverleiben
Und den Kopf und das Herz
Noch ein bisschen zu verwirren

Im Endeffekt
Schreibe ich auch auf die Füße
Bussi Baba
Die sind vom vielen weitergehen
Auch ziemlich verdreckt
Aber wir sind ziemlich eingespielt
Und haben mittlerweile
Zwischen Trödeln und Eile
Eine gute Balance erzielt

Meine Erkenntnis zur Welt
Ist, dass sie nichts zusammenhält
Jeder kämpft ums eigene überleben
Bleibt hängen beim hirnwichsen
Und glaubt irgendwann trifft er auf Wunder
Kobolde oder Wassernixen

Deswegen bin ich geworden
Ein ‚Bussi Baba’
Kurz bevor sich Gedanken aufhängen
Und ich stecken bleibe
In fremden Zwängen

Ein einfaches
In die Luft geworfenes
Bussi Baba
Wahrscheinlich treffen wir uns wieder
Wenn einer sagt
Ja

Oder Bussi Baba

Bis sie ein Teil werden, vom eigenen Fuß

Kennst du die Geschichte von dem Einen
Der ausflog um Igel von ihren Stacheln zu befreien?
Bitte tus verneinen!
Dann werde ich dich höchstpersönlich einweihen

Es war einmal Einer oder Eine
Dieser hatte eine Nase und Beine
Ging durch die Gegend mit einem Ziel
Igel zu befreien von all den Stacheln
Dachte sie sind nur nackte Mäuse mit viel Unglück
Dachte wenn er die Stacheln entfernt
Gibt er ihnen ihre Ursprungsform zurück

So wurde er Experte im Befreien
Ging von Haus zu Haus
Zog Schiefer und Splitter aus Füßen heraus
Konzentriert, auch wenn manche plötzlich aufschreien
Manchmal entfernte er auch unangenehmes aus Herzen
Meistens kamen sobald er ging, dann die Schmerzen

Er wusste noch nichts von Wundreinigung
Und das Herzen neigen zur Selbstheilung
Wenn man ihnen gibt die nötige Zeit
Er entfernte was zu entfernen war
Und ging dann weiter, zur eigenen Sicherheit

Als er verschrien war als Einer
Der nur Schmerzen und Löcher hinterließ
Musste er abreisen
Er ging los und wollte allen beweisen
Dass Entfernungen von Fremdkörpern
Eine Notwendigkeit war
Und seine Aufgabe von Wichtigkeit sei
ganz und gar

Er studierte an sich selbst
Zerbrach eine gefundene Fensterscheibe
Ging durch die Scherben ohne Schuh
Spürte im Schmerz eine Befriedigung am eigenen Leibe
Und im herauslösen einzelner Splitter
Fand er seine Ruh

Er lachte die Menschen aus
Die sich verkrampften
Sobald Splitter sich fanden
Sie lieber feststampften
Bis sie ein Teil werden vom eigenen Fuß
Anstatt sie sachte zu lösen und davonzuschicken mit einem Gruß

Und er wurde traurig
Wenn er die Menschen sah
Wie sie humpelnd jeden Splitter im Fuß
Als Prüfung einfach hinnahmen
Ohne zu merken wie sie langsam erlahmen
Aber er war keiner der rumging
Um andere zu ermahnen

Auch erkannte er dass nicht jeder Fremdkörper
Ein Übel ist
Man musste differenzieren
Durfte sich nicht im anfänglichen Schein verirren
Musste erst beobachten, sich anfreunden
Um dann zu entscheiden
Ob eine Trennung die Lösung sei
Oder ob der Fremdkörper eine Bereicherung war
Für die beiden

Er behielt seine Weisheit für sich
Wusste von der Menschheit
Sie war noch nicht bereit
Und er war auch das klugscheißen ziemlich leid

So sah man ihn nicht mehr
Manche munkelten er sei der Verrückte
Einer dem das Leben ist zu schwer
Bis er irgendwann
An selbstzugefügten Splittern verunglückte

Manche sagen sie sehen ihn noch heute
Und dass jetzt Igel sind seine neue Beute
Er sitzt mit ihnen und zieht ihnen Stachel für Stachel
Bis sie zahm werden
So fand er seinen Frieden auf Erden

Ich glaub nicht daran
Ich glaube er lebt noch immer mit seiner Erkenntnis
Über Splitter und Unannehmlichkeiten
Läuft über Scherben und zieht die unangenehmen heraus
An den anderen wächst er selbst über sich hinaus

Tanzt mit Igeln und Mäusen
Lässt sich nicht mehr verurteilen
Muss sich nicht mehr um Erklärungen beeilen
Er wurde zum Tänzer und er ist der einzige den man kennt
Der einzige der unangenehmes beim Namen nennt

Er tanzt alleine auf Festen und fremden Hochzeiten
Tanzt als einziger..

Weil
Ohne Splitter in den Füßen
Muss man seine Tanzfähigkeit nicht einbüßen

Im Tausch, irgendein Gewinn

Ein paar Schritte noch
Dann können wir die gemeinsamen Stunden werfen
In das davor ausgehobene Loch

Du beschreibst meine Logik mit Ironie
Ich summe noch ein Abschiedslied
Du spielst auf der Geige eine kleine Sinfonie

Während wir in der Sonne dem Ende entgegen gehen
Ganz langsam ohne Eile
Manchmal bleiben wir noch stehen
Besprechen das Leben für eine Weile

In unserer reflektierten Aufgeklärtheit
Wissen wir vom anstehenden Ende
Halten uns trotzdem an der Hand

Früher schrieben wir noch Liebeserklärungen an die Wände
Und umgingen Schritt für Schritt
Wand für Wand

Heute prahlen wir mit unserer sozialen Kompetenz
Werfen uns Synonyme an den Kopf
Und jonglieren diverse Gesetze, bis sie passen in einen Topf
In Klomuscheln finden wir noch Spuren
Von unserer emotionalen Intelligenz
Bevor wir weiter im Leben herumhuren

Zur Abwechslung sprechen wir auch
Von den berühmten Erfahrungen
Die jeder mit sich trägt in seinem Bauch
Und zitieren altklug die alten Leute
Die ihr Leben verlebt haben
Und sich bei Fehltritten zusammenrotten
Wie eine passiv-aggressive Meute

Wir gönnen uns die Freiheit selbst zu entscheiden
Gönnen uns danach auf Rezept verschrieben
Jahrelang zu leiden
Gönnen uns trotzdem nicht uns selbst zu lieben
Im Nachhinein werden wir uns einfach
All unser Erinnerungsvermögen zurechtschieben

So dreht es sich weiter im Kreis
Die Jungen werden alt
Die Alten sterben ohne Preis

Dazwischen leben wir
Und hin und wieder
Teilen wir uns in Teilchen
Und singen uns Liebeslieder
Bleiben zusammen für ein Weilchen
Finden uns großartig immer wieder
Und sterben dann doch
Meist steht dann schon bereit, unser eigenes Loch

Frei nach dem Sinn
Nimm meine Seele
Im Tausch nehme ich irgendeinen Gewinn

entsinnt.

Wenn sich der Sinn
Nicht offiziell anmeldet
Sich vorstellt
Mit Namen und den täglichen Taten

Dann schließt man ihm die Tür
Vor seiner Nase, vor seinem Mund
Er muss dann vor der Türe schlafen
Wie ein trauriger Hund

Wenn der Sinn versucht sich zu erklären
Nach Worten sucht
Verzweifelt, weil er nicht viele kennt

Dann hören wir meist nicht hin
Und nicht her
Verscheuchen ihn
Zur Not auch mit Gewehr

Wenn der Sinn dann loszieht
Alleine und vergessen
Ins Weite
In die Welt

Dann sitzen wir zuhause am Fenster
Warten auf ihn
Tagelang
Nächtelang
Zünden eine Kerze an
Manche beten dann

Der Sinn verkauft mittlerweile
Seinen Körper an Fremde
Meistens für Geld
Manchmal gegen seine Langeweile

Ich ruf ihn manchmal an
In Zeiten die nach Sommer riechen
Wenn sinnlose Wörter in meine Ohren kriechen
Dann reden wir kurz
Er hat nichts mehr zu teilen

Der Sinn ist kurz davor
Sich selbst zu erhängen
Er möcht sich nicht mehr anbiedern
An Leute und Orte
Er will die Welt verlassen

Ich glaub er will sich nicht mehr selbst hassen

weiche Knie

Sicherheit
So wie wir danach streben
Ist eine Lüge
Ich weiß nicht wer sie sich ausgedacht hat
Aber wir werden sie nie erleben

Wahrscheinlich war es nur
Einer von vielen Scherzen
Einer meinte
„Sicherheit ist das Ziel“
Und der Zweite nahm es sich zu Herzen

Seitdem werden wir dazu erzogen
Uns mit Sicherheiten Bänder zu knüpfen
Auch wenn sie eindeutig sind: erlogen
Werden wir weiter mit ihnen Gummitwist hüpfen

Meistens sind die Lügen noch sicherer
Als die Wahrheit
Meistens bekommen wir weiche Knie
Bei zu viel Klarheit

Während wir Ratgeber lesen
Um Unsicherheiten zu bekriegen
Könnten wir sie auch feiern
Und gemeinsam in der Sonne liegen
Mit unseren Unsicherheiten
Gegen die Norm siegen

Bei Kontaktaufnahmen
Mit Menschen die wir gern sehen
Könnten wir offen dazu stehen
Dass nichts an uns sicher ist
Und dies aber trotzdem kein Grund ist
Zu gehen

Wahrscheinlich ists nur eine Utopie
Und wohlmöglich ist das Streben nach Sicherheit
Erklärbar durch unsere Biographie

Trotzdem ist es nicht die Lösung
Nach der wir glauben uns zu sehnen
Im Endeffekt
Sind Unsicherheiten
Genauso sicher
Wie kleine Blutkörperchen
In unseren Venen

Im Endeffekt
Ist nur dort ein Fortschritt
Wo wir Unsicherheiten erkennen
Und nicht davonrennen
Sondern sie beim Namen nennen

weiche Knie

Sicherheit
So wie wir danach streben
Ist eine Lüge
Ich weiß nicht wer sie sich ausgedacht hat
Aber wir werden sie nie erleben

Wahrscheinlich war es nur
Einer von vielen Scherzen
Einer meinte
„Sicherheit ist das Ziel“
Und der Zweite nahm es sich zu Herzen

Seitdem werden wir dazu erzogen
Uns mit Sicherheiten anzufreunden
Auch wenn sie eindeutig sind: erlogen

Meistens sind die Lügen noch sicherer
Als die Wahrheit
Meistens bekommen wir weiche Knie
Bei zu viel Klarheit

Während wir Ratgeber lesen
Um Unsicherheiten zu bekriegen
Könnten wir sie auch feiern
Und gemeinsam in der Sonne liegen
Mit unseren Unsicherheiten
Gegen die Norm siegen

Bei Kontaktaufnahmen
Mit Menschen die wir gern sehen
Könnten wir offen dazu stehen
Dass nichts an uns sicher ist
Und das trotzdem kein Grund ist
Zu gehen

Wahrscheinlich ists nur eine Utopie
Und wohlmöglich ist das Streben nach Sicherheit
Erklärbar durch unsere Biographie

Trotzdem ist es nicht die Lösung
Nach der wir glauben uns zu sehnen
Im Endeffekt
Sind Unsicherheiten
Genauso sicher
Wie kleine Blutkörchen
In unseren Venen

Im Endeffekt
Ist nur dort ein Fortschritt
Wo wir Unsicherheiten erkennen
Und nicht davonrennen
Sondern sie beim Namen nennen